Archiv: Monatsspruch

April 2011

Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt!

                                                                 Matthäus 26,41

Für die Bibel ist es klar:
Die Gefahr, dass wir als Christinnen und Christen in Anfechtung fallen
- sie besteht.

Das kann ja vieles sein:

Müdigkeit wie bei den Jüngern damals im Garten Gethsemane.
Angst und Enttäuschung als sie nach dem Tod Jesu sich versteckten.
Selbstüberschätzung wie bei Petrus.

Die Bibel verklärt die Jünger nicht. Es waren keine superfrommen Christen -
es waren Menschen - wie Du und ich !?

Wachet und betet! Das heißt:
1. Haltet die Augen offen
2. Bleibt im Gespräch mit Gott.


Pfarrer Jörg Seiter

Mai 2011

Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben,
dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.

Römer 15,13


Reicher werden...

"Wenn ich einmal reich wär" singt der arme Bettler im Musical Anatevka.
Wir kennen dieses Lied. haben es vielleicht auch schon einmal gesummt oder geträllert. "Wenn ich einmal reich wär.."

Wie kein zweites drückt dieses Lied die Sehnsucht vieler Menschen aus, reich zu sein.
Unser ganzes Leben ist darauf angelegt, dass man es (scheinbar) besser hat, wenn man reich ist.
Scheinbar, denn immer wieder wird klar, dass Reichtum und Geld nicht immer glücklich machen.

Auch der Römerbrief spricht vom "reicher werden". Paulus geht es dabei aber nicht ums Geld.

Reicher werden an Hoffnung - das ist sein Thema.
Warum ist da ein lohnendes Ziel?
Weil ich dadurch erfüllt werde mit Freude und Frieden im Glauben.
Freude, erfülltes Leben, Lebensfreude, Leben in voller Genüge.
Frieden, Leben im Einklang mit Gott, sich selbst und anderen.
Ich finde: zwei wirklich lohnende Ziele!

Wie kann ich das werden: Reicher an Hoffnung?

Nicht durch Aktivitäten, To do Listen, Aktionspläne.
Sondern indem ich geschehen lasse.
Die Kraft des Heiligen Geistes ist nichts, was ich bestimmen, planen oder organisieren kann.

Ich kann mich ihr höchstens aussetzen, offen sein für ihn und seine Wirkung, ihn mich bstimmen, prägen lassen.

Das fällt Menschen oft schwer. Paulus lädt dazu ein, denn er weiß, es liegt eine Verheißung darauf:
Wir werden reicher an Hoffnung!

 Pfarrer Jörg Seiter

Juli 2011

Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

Matthäus 6,21

Was ist für Sie „der Schatz“?
Vieles ist ja denkbar: Ein Mensch, Reichtum und Geld, eine Idee, ein Hobby, Gott.
Ohne Frage – viele guten Dinge können das sein.
Und trotzdem oder gerade deswegen hat Jesus Recht mit seiner Einschätzung – das, was für uns „der Schatz“ ist, bestimmt unser Denken und Handeln.
Ob wir es oberste Priorität oder „Ein und Alles“ nennen oder einfach sagen: „daran hängt unser Herz“.
Ersetzen wir Schatz einmal durch Ziel kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Was treibt uns an? Was motiviert uns, Dinge zu tun oder zu lassen?
Ist das Ziel Reichtum und Wohlstand dann hängt sich das menschliche Herz schnell an ein vergängliches Ziel.
Lassen wir uns hingegen von Jesus das Zeil des Reiches Gottes geben,
dann hängt sich unser Herz an ein ewiges Ziel.

Unser Leben, unser Lebensstil, alles wird davon geprägt und bestimmt.
Deshalb ist es gut, sich das immer wieder einmal klar vor Augen zu führen.

Heinrich Schütz, Liedertexter und Komponist hat diese Anfrage Jesu für sich einmal so ausgedrückt:

„Mein Herz hängt treu und feste an dem, was dein Wort lehrt. Herr, tu bei mir das Beste, sonst ich zuschanden wird.
Wenn du mich leitest, treuer Gott, so kann ich richtig laufen den Weg deiner Gebot.“
(EG 295,3)

Elke Seiter, Krankenhausseelsorgerin

September 2011

Jesus Christus spricht: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Matthäus 18,20

Welch eine Verheißung!

Wo zwei oder drei... Mehr müssen es nicht sein. Für ein Bürgerbegehren braucht man Tausende von Unterschriften, ein jüdischer Gottesdienst ist nur dann richtig, wenn mindesten zehn Männer anwesend sin. Viele Beispiele könnten einem einfallen.

Wo zwei oder drei... Mehr müssen es nicht sein. Auch eine kleine Schar, die im Namen Jesu zusammenkommt, darf sich gewiss sein: er ist da, schenkt seine Nähe und Begleitung.

Wo zwei oder drei... Weniger sollen es aber auch nicht sein. Zum christlichen Glauben gehört immer auch Gemeinschaft. "Ich kann für mich allein glauben und glückselig werden" - das hat Jesus nicht gewollt. Er wollte die Gemeinschaft seiner Jünger: Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind...

 

Pfarrer Jörg Seiter

November 2011

Gut ist der Herr, eine feste Burg am Tag der Not.
Er kennt alle, die Schutz suchen bei ihm. Nahum 1,7

 

Die alten Meister haben es verstanden Menschen auf Leinwand zu malen.
Berühmte Portraits sind entstanden, die wir heute in Galerien und Museen bestaunen.
Ein nicht weniger eindrucksvolles Portrait wird uns durch den Monatsspruch mit Worten gemalt.
Schließen wir die Augen so entsteht das Bild dazu.
Wir sehen einen Mann im Vordergrund groß, mächtig und schützend wie eine Burg
mit einladender Geste und Händen, die zur Umarmung bereit sind.
Wir erkennen in ihm einen sympathischen offenen Menschen.
Er schaut uns an, als ob er sagen will: “Gut, dass du da bist. Komm doch näher!
Hast du vergessen, dass wir uns schon lange kennen.
Also, ich kann mich an deinen Namen erinnern. Ich kann dir Schutz bieten.
Wenn du Probleme hast, will ich dir Ansprechpartner sein.
Bei mir kannst du deine Sorgen lassen.“
Genial ist dieses Bild, von großer Strahlkraft und aus Meisterhand.
Es hat auch eine Auszeichnung bekommen. Gut ist es! Einfach gut.
Zugegeben sind Burgen heute für uns Symbole einer vergangenen Zeit,
doch auch wir haben und brauchen unsere Sicherungssysteme. Security steht hoch im Kurs.
Was aber ist sicher, wenn nichts mehr sicher scheint?
Das Reformationslied von Martin Luther setzt auf eine vertrauende,
grundlegende und bleibende Sicherheit: „ein feste Burg ist unser Gott…“

Dass Sie die Güte Gottes, seine Zuwendung und seinen Schutz  spüren wünscht Ihnen

Elke Seiter, Krankenhausseelsorgerin

Dezember 2011

Gott spricht:

Nur für eine kleine Weile habe ich dich verlassen, doch mit großem Erbarmen hole ich dich heim.

Jesaja 54,7

Der Monatsspruch für den Dezember ist so ganz unandventlich. Jedenfalls nicht so, wie wir uns das vorstellen: Nichts von Licht, Kerzenschein, Vorfreude und Erwartung auf Weihnachten.

Oder doch?

Nur für eine kleine Weile habe ich dich verlassen. Das klingt düster und dunkel. Von Gott verlassen - das Schlimmste was es geben kann. eigentlich undenkbar. Der Prophet Jesaja beschreibt die Situation des Volkes Israel mit diesen Worten. Von mächtigen Nachbarvölkern besiegt, zerstört, teilweise ins Exil vesrchleppt, ohne eigenen Staat, ungewiss was die Zukunft bringen wird.

Viele haben sich verlassen gefühlt. Warum hatte Gott das nur zu gelassen?

Jesaja bleibt nicht im Klagen, im Jammern, in der Dunkelheit und Finsternis: da leuchtet ein Licht: mit großem Erbarmen hole ich dich heim.

Bei aller Not, bei allem Schwerem was wir erleben, in Trauer und Sorgen, auch im Zweifeln ob Gott da ist, dürfen wir darauf vertrauen: er ist da! Auch wenn wir es so nicht sehen, und es vielleicht ganz und gar nicht nach unseren Wünschen und Vorstellungen zugeht - er ist da. Er ist uns nahe.
Er ist nicht nur da, sondern er erbarmt sich über uns.
Und er holt uns zu sich.
Wie düster es auch aussehen mag - die Perspektive heißt: wir dürfen und werden bei Gott sein, denn er kommt zu uns.

Und dann ist dieser Text trotz allem ein Hinweis auf Advent und Weihnachten. Denn nicht mehr und nicht weniger sagt doch das Weihnachtsfest: Gott kommt zu uns. Seine Liebe, sein Erbarmen gewinnt Gestalt in seinem Sohn Jesus.

Pfarrer Jörg Seiter

Februar 2012

Alles ist erlaubt – aber nicht alles nützt.
Alles ist erlaubt – aber nicht alles baut auf.
Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen.

1. Korinther 10,23-24

Alles ist erlaubt.
Und da sage einer, das Christentum wäre verbiestert, mache unfrei und sauertöpfisch.
Das Gegenteil ist doch der Fall. Christus hat uns zur Freiheit befreit!

Alles ist erlaubt – aber nicht alles nützt.
Wer würde dem nicht zustimmen? Es ist ja auch einsichtlich:
Nicht alles was ich machen kann, macht Sinn und ist hilfreich.

Alles ist erlaubt – aber nicht alles baut auf.
Es gibt Dinge, Handlungen und Handlungsweisen, die bauen nicht auf, sondern im Gegenteil: sie zerstören – uns, Beziehungen, Sachen, Leben. Vieles eigenes, manches Erfahrenes oder Nachrichten aus Fernsehen und Zeitung fallen uns ein.

Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen.
Jetzt wird es schwierig. Denn unser Ego sagt uns eigentlich:
Ich bin doch derjenige/diejenige, um den sich alles zu drehen hat.
Diese Entscheidung werde ich immer wieder treffen müsse:
Geht’s nach mir und meinem Gusto oder richte ich mich an Gott aus.
Dabei gilt: Er hat versprochen, für mich zu sorgen. Darauf kann ich bauen!

Pfarrer Jörg Seiter

August 2012

Gott heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.

Psalm 147,3

 

Es gibt vieles, was einem das Herz zerbrechen lässt.
Enttäuschungen, nicht nur in der Liebe.
Menschen, die einem weh getan haben.
Zerplatzte Wunschträume.
Der Verlust eines geliebten Menschen.

Wunden haben wir alle immer wieder, nicht nur äußerliche.
Ein Wort, das weh getan hat.
Eine Ablehnung, die wir erfahren haben.
Die Sorge um den Arbeitsplatz und das tägliche Überleben.

Welch trostvolle Erkenntnis des Psalmisten: Gott heilt und verbindet.

Das immer wieder zu erfahren und zu spüren wünsche ich uns allen.

 

Ihr

Pfarrer Jörg Seiter

September 2012

Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR,
und nicht auch ein Gott, der ferne ist?

Jeremia 23,23

Wir sprechen oft vom lieben Gott.
Jesus hat vom liebenden Vater erzählt und zu Gott Vater gesagt.
Gott ist uns nahe gekommen und nahe, weil er in Jesus Mensch geworden ist.

Das tut gut zu wissen, zu spüren, zu erfahren.
das gibt Halt und Sicherheit, Geborgenheit.
Gott ist MIR nahe!

Wenn wir vom lieben Gott sprechen,
stehen wir aber auch in Gefahr ihn zu verniedlichen, zu verharmlosen.
Jeremia, der Prophet, weist darauf hin, dass Gott aber auch der ganz andere ist.
Allmächtig, majestätisch, erhaben
- eben so ganz anders als wir und unser menschlich begrenztes Denk- und Vorstellunsvermögen.
Ihn in unser Denkschema pressen zu wollen, würde ihn klein machen, würde ihn vermenschlichen.
Und letztlich würden wir uns über ihn erheben.

Das aber sei ferne!

Gott ist und bleibt der ganz andere, auch wenn er uns nahe ist.
Er ist uns nahe, weil er zu uns kommen will.

 

Pfarrer Jörg Seiter

November 2012

Wir sind der Tempel des lebendigen Gottes.

2. Korinther 6,16

 

Vielleicht erinnern Sie sich noch
:
                 Wir sind Weltmeister! (Bern 1954)
                                                                                          Wir sind das Volk! (Leipzig, November 1989)
Wir sind Helden! (Berlin 2000, PopRockGruppe)

Es gibt Worte, Sätze und Schlagzeilen, die sind so einprägsam,
so treffend, so voller Selbstbewusstsein ohne Überheblichkeit,
voll überspringender ansteckender Freude, dass sie einen wirklich überzeugen und mitreißen
im guten und positiven Sinn.
Solche großen Worte transportieren eine Stimmung und spiegeln sie wieder.
Es sind Worte mit denen man sich identifizieren kann.

Wir sind der Tempel des lebendigen Gottes! (Korinth 54-56 n. Chr.)

Paulus ermuntert die Gemeinde in Korinth mit ebenso starken Worten:
Für seine großen zahlreichen Tempelanlagen war Korinth im Altertum berühmt.
Mit ihren Wünschen und Anliegen strömten die Menschen zu den verschiedensten Göttern
und brachten ihnen Opfer dar.
Paulus meint: Christen sind anders. Gott wohnt in ihnen.
Er ist lebendig und wird lebendig durch jeden einzelnen in der Gemeinde.
Paulus ist sich sicher: Wir sind! Nicht: wir versuchen, wir wollen, wir streben danach, sondern:

Wir sind der Tempel des lebendigen Gottes!


Da kann man nur staunen, was alles in uns stecken kann. Und entsprechend leben!

 

Elke Seiter, Krankenhausseelsorgerin

September

Seid nicht bekümmert; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke. 

(Nehemia 8,10)

Januar 2014

Lass mich am Mogen hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir .

Psalm 143, 8

März 2014

Jesus Chrristus spricht: Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt. (Johannes 13 ,35)

April

Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden. (Johannes 16, 20)

Juni

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrrschung. (Galater 5,22 - 23a)

August 2014

Singet dem Herrn, alle Länder der Erde!

Verkündet sein Heil von Tag zu Tag.

1. Chronik 16, 23

Oktober 2014

Ehre Gott mit deinen Opfern gern und reichlich, und gib deine Erstlingsgaben, ohne zu geizen.

Jesus Sirach 35, 10

Dezember

Die Wüste und Einöde wird frohlocken, und die Steppe wird jubeln und wird blühen wie die Lilien. 

Jesaja 35, 1

Dezember 2015